Regionaltangente West
Mit wachsender Bevölkerung, steigenden Pendlerzahlen und höheren Mobilitätsanforderungen steht die Region Frankfurt-Rhein-Main vor der Aufgabe, den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) leistungsfähig und zukunftsfest auszubauen. Ein zentraler Baustein der Verkehrswende ist die Regionaltangente West (RTW): Sie ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte im Rhein-Main-Gebiet, ein zentraler Baustein der Verkehrswende.
Die RTW Planungsgesellschaft mbH wurde 2008 gegründet, nachdem die Projektidee seit den 1990er-Jahren regionalplanerisch vorbereitet worden war. Ziel ist die Planung, der Bau und der Betrieb einer tangentialen Schienenverbindung westlich von Frankfurt am Main.
Auf rund 52 Kilometern entsteht eine leistungsfähige Verbindung zwischen Bad Homburg, Eschborn, Frankfurt-Höchst, dem Flughafen Frankfurt, Neu-Isenburg und weiteren Kommunen im Westen und Südwesten der Region – ohne Umweg über den Frankfurter Hauptbahnhof. Hauptbahnhof und City-Tunnel werden entlastet, eine neue Nord-Süd-Tangente geschaffen und das RMV-Netz strukturell gestärkt.
Die RTW nutzt bestehende Strecken und ergänzt sie gezielt durch Neubauabschnitte. Ein Zweisystemkonzept ermöglicht den Betrieb nach Eisenbahnrecht (EBO) und Straßenbahnrecht (BOStrab). So werden vorhandene Infrastrukturen effizient eingebunden und neue Verbindungen flexibel geschaffen.
Zentrales Zukunftsprojekt der Rhein-Main-Region
Die RTW ist mehr als eine neue Bahnlinie – sie verändert die Verkehrsstruktur der Region nachhaltig. Sie stärkt den Wirtschaftsstandort Rhein-Main, verbessert die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen und Wohngebieten, vernetzt zentrale Entwicklungsachsen und unterstützt die klima- und verkehrspolitischen Ziele von Bund, Land und Kommunen.
Mit einer gesicherten Finanzierung von rund 95 % durch den Bund und das Land Hessen ist das Projekt wirtschaftlich abgesichert und langfristig verankert. Die RTW ist damit ein Schlüsselprojekt für eine nachhaltige und leistungsfähige Mobilitätsstruktur.
Kommunale Verantwortung und regionale Partnerschaft
Die RTW Planungsgesellschaft mbH ist ein gemeinsames Projekt der Region. Gesellschafter sind Kommunen, Landkreise, das Land Hessen sowie der Rhein-Main-Verkehrsverbund. Planung, Bau und Betrieb liegen damit in öffentlicher Verantwortung. Die partnerschaftliche Trägerschaft unterstreicht die regionale Verankerung und macht die RTW zu einem Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit.
Aktueller Projektstand
Die Umsetzung erfolgt in fünf Planfeststellungsabschnitten (PfA). Für drei Abschnitte liegt Baurecht vor: PfA Süd 1 (seit 2022), PfA Nord (seit 2023) und PfA Mitte (seit August 2024). Diese Abschnitte befinden sich im Bau, parallel laufen die Genehmigungs- und Planungsarbeiten für die weiteren Abschnitte.
Seit 2024 sind wir im Bau – ein sichtbares Zeichen dafür, dass aus langjähriger Planung konkrete Infrastruktur für die Mobilität von morgen wird. Vor uns liegen anspruchsvolle Aufgaben, die wir mit hoher Professionalität und Innovationskraft angehen. Unser Ziel ist klar: eine leistungsfähige, klimafreundliche und zukunftsorientierte Mobilitätslösung für die gesamte Rhein-Main-Region.
Mehr Schnelligkeit
Direkte tangentiale Verbindungen zwischen bestehenden S-Bahn-Linien verkürzen Reisezeiten deutlich und schaffen attraktive Wegebeziehungen außerhalb der Innenstadt. So reduziert sich die Reisezeit – je nach Strecke und Fahrplan – um rund 25 bis 50 Prozent. So wird zum Beispiel die Verbindung Nordwestzentrum – Industriepark Höchst ungefähr halb so lang. Auch zwischen Bad Homburg und Eschborn Süd verkürzt sich die Reisezeit deutlich – um mehr als ein Drittel. Viele Ziele sind künftig ohne Umstieg erreichbar – das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des ÖPNV.
Mehr Verbindungen
Rund 2 Millionen zusätzliche Zugkilometer pro Jahr schaffen neue Kapazitäten außerhalb des City-Tunnels. Zwei Linien im 15-Minuten-Takt ergänzen die bestehende S-Bahn-Leistung und erhöhen die Stabilität des Gesamtsystems.
Mehr Komfort
Moderne, leise Zwei-System-Fahrzeuge, direkte Netzverknüpfungen und der Wegfall vieler Umstiege über den Hauptbahnhof steigern den Reisekomfort. Zugleich verbessert sich die Erreichbarkeit zentraler Ziele wie des Regionalbahnhofs am Flughafen Frankfurt. Die Tangentialverbindung entlastet stark frequentierte Innenstadtstrecken spürbar.
Mehr Kapazität
Ein Vollzug bietet Platz für rund 720 Fahrgäste und schafft zusätzliche Beförderungsreserven im RMV-Netz – eine wichtige Voraussetzung für das erwartete Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum.
Mehr Umwelt- und Lärmschutz
Die RTW verlagert Verkehr vom Auto auf die Schiene. Das reduziert CO₂-Emissionen, entlastet Straßen und Innenstädte und verbessert den Lärmschutz.
- Beginn Planfeststellungsverfahren
- Baubeginn im PfA Süd 1
- Baubeginn im PfA Nord
- Baubeginn im PfA Mitte
- geplante Inbetriebnahme der Strecke