Fernbahntunnel Frankfurt

Auf den Gleisen in Richtung Frankfurt wird es eng, denn die Kapazitätsgrenze ist erreicht. Die Folgen: Züge müssen mit ihrer Einfahrt in den Bahnhof warten, bis ein anderer Zug den Weg freigemacht hat. Verspätungen sind vorprogrammiert. Bahnen im Hauptbahnhof müssen teilweise auf Reisende warten, die in einem verspäteten Zug sitzen. Um die Kapazitäten erweitern zu können, muss deshalb die Anzahl der Gleise erhöht werden. Aufgrund der dichten innerstädtischen Bebauung ist dies nur durch einen Tunnel mit unterirdischer Station möglich: den Fernbahntunnel Frankfurt.

Der ca. 10 Kilometer lange Tunnel wird aus östlicher bzw. westlicher Richtung auf den Hauptbahnhof zulaufen und dort mit vier unterirdischen Gleisen in ca. 35 Meter Tiefe an einen neuen Tiefbahnhof anschließen. Von diesem aus soll dann der Umstieg zum auch weiterhin bestehenden Kopfbahnhof möglich sein. Fernverkehrszüge könnten dadurch bis zu acht Minuten schneller durch den Frankfurter Knoten fahren. Nicht zuletzt profitiert auch der Nahverkehr von den freiwerdenden Bahnsteigen und Gleiskapazitäten im oberirdischen Bahnhof.

Für die Machbarkeitsstudie zum neuen Fernbahntunnel wurde ein vorläufiger Untersuchungsraum definiert, der von der Niederräder Brücke über den Frankfurter Hauptbahnhof Richtung Osten bis nach Oberrad und Fechenheim führt. Das Ergebnis: Die Umsetzung des Fernbahntunnels ist möglich, dabei stellt der südliche Korridor die verkehrlich und technisch beste Variante dar und ist damit Grundlage für die weitere Planung, die nach dem im Juni 2021 erfolgten Projektstart beginnt. Für ergänzende oberirdische Maßnahmen an Haupt- und Südbahnhof läuft bereits die Grundlagenermittlung bzw. Vorplanung. Durch diese Maßnahmen wird die Leistungsfähigkeit der bestehenden Infrastruktur bis zur Fertigstellung des Fernbahntunnels und darüber hinaus im Zusammenspiel mit dem Fernbahntunnel optimiert.

Wer mit dem Zug in den Frankfurter Hauptbahnhof einfährt, merkt, dass dies ein Nadelöhr in unserem Streckennetz ist. Mit der Umgestaltung und dem zusätzlichen Fernbahntunnel können wir den Engpass im Knoten Frankfurt langfristig auflösen und mehr Kapazität schaffen.

 
Rainer Lehmann
Projektleiter Bahnprojekt Fernbahntunnel, DB Netz AG
(Foto: Deutsche Bahn AG/Uli Planz)
Mehr Schnelligkeit

Verbesserung der Pünktlichkeit durch konfliktärmere Führung der Züge im Knoten Frankfurt

Fahrzeitverkürzungen von bis zu 8 Minuten im Fernverkehr

Mehr Kapazität

20 Prozent mehr Kapazität am Hauptbahnhof und langfristige Engpassauflösung im Zulauf auf den Hauptbahnhof

Mehr Verbindungen

Häufigere Zugverbindungen, dichtere Takte: Der Fernbahntunnel als zentrales Element des Deutschlandtakts ermöglicht zukünftig die Verbindung der wichtigen Hauptachsen des Fernverkehrs im halbstündlichen Rhythmus.

  •   Start der Grundlagenermittlung für oberirdische Maßnahmen
  •   Start der Machbarkeitsstudie für zusätzlichen Fernbahntunnel
  •   Start der Vorplanung für die oberirdischen Maßnahmen
  •   Präsentation Ergebnisse der Machbarkeitsstudie
  •   Planungsstart Fernbahntunnel